Jahreshauptversammlung

 

Junges Vorstands-Duo führt die Feuerwehr Pietling an

Andreas Stadler und Andreas Obermayer gewählt - Rückblick auf ereignisreiches Festjahr

 

Zäsur bei der Freiwilligen Feuerwehr Pietling: Nach dem erfolgreichen Jubeljahr 2017 geht die Wehr mit einem jungen Vorstands-Duo in die Zukunft. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Gruber in Pietling wurden bei der um ein Jahr vorgezogenen Vorstandswahl Andreas Stadler (23) und Andreas Obermayer (33) zum neuen ersten und zweiten Vorstand der Wehr gewählt. Außerdem hielt die Feuerwehr Rückschau auf das ereignisreiche Jahr und nahm eine Gruppe Jugendlicher neu in die Feuerwehr auf.
Vor der Versammlung nahmen die Aktiven traditionsgemäß am Vorabendgottesdienst in der St.-Martins-Kirche teil, um ihrer verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden zu gedenken. Pfarrer Ludwig Westermeier erbat Gottes Segen für die Wehrmänner und –frauen bei ihrem wichtigen Dienst an den Mitmenschen.
Vorstand Bernhard Kletzl   erinnerte nach dem Gedenken an die verstorben Mitglieder, besonders Thomas Dandl, an die kirchlichen und weltlichen Ereignisse, an denen sich die Feuerwehr beteiligt hat, darunter  zwei Feuerwehrfeste . Der Besuch bei den Veranstaltungen der Pietlinger Dorfgemeinschaft gehörte ebenso zum Jahresablauf wie die Gratulation bei Geburtstagsjubilaren sowie  Vorstands- und Festausschusssitzungen.
„Vicky, Du hast alles sauber beinand, alles ist super“, bescheinigte Kassenprüfer Herbert Jäger, der die Kasse zusammen mit Sebastian Huber geprüft hatte, der Kassierin Victoria Hastreiter. Diese hatte zuvor den Kassenbericht vorgetragen, der 2017 nicht nur die üblichen Einnahmen (Mitgliedsbeträge, Zuschüsse, Spenden) und Ausgaben (Dienstkleidung, Verwaltung, Veranstaltungen, Jugendfeuerwehr, Anschaffungen, Geschenke und Ehrungen) umfasste, sondern den gesamten Geldverkehr beim 140-jährigen Jubiläum im August. Die Kassierin hatte fast das ganze Fest über in ihrem „Kammerl“ im Zelt mit Buchen, Zählen, Auszahlen und Abrechnen verbracht. Und alle Organisatoren eines solchen Jubiläums in Eigenregie wissen: Da werden die Beträge schnell fünfstellig. Für die „Nicht-Bankerin“ im Amt der Kassierin gab es dafür einen besonderen Applaus und die Entlastung durch die Anwesenden.
1. Kommandant  Hans Schild hob in seinem Jahresbericht hervor, dass 2017 neben dem umfangreichen Festvorbereitungen auch das „normale“ Arbeits- und Ausbildungsprogramm gelaufen sei, wenn auch in einem etwas reduziertem Umfang. Der Wehr gehören derzeit 106 Aktive an, davon 18 Mädchen und Frauen. Diese gliedern sich in 89 Aktive, 7 Anwärter und zehn Jugendliche auf. Sechs Kameraden beendeten ihren aktiven Dienst nach teils jahrzehntelanger Zugehörigkeit. Das Durchschnittsalter liegt bei 32 Jahren.
Die Freiwillige Feuerwehr Pietling wurde im letzten Jahr zu 32 Einsätzen gerufen, die sich auf 5 Brandeinsätze, sechs Fehlalarme (meist Brandmeldeanlagen von Firmen), 13 technische Hilfeleistungen und 8 sonstige Tätigkeiten verteilten. Schild erinnerte insbesondere an den Brand in der Galvanikanlage in der Firma Rosenberger. Man habe dank des raschen und geschulten Eingreifens Schlimmeres verhindern können. Hier habe sich auch gezeigt, dass die Anschaffung der Chemieschutzanzüge und der Dekon-Ausrüstung  wichtig und notwendig war. Gemeinde und Gemeinderat hätten hier immer ein offenes Ohr für die Belange der Feuerwehren. Außerdem ging der Kommandant noch detailliert auf den Garagenbrand in Kelchham ein. Relativ glimpflich kamen die Salzachtalgemeinden bei dem Sturm am 18. August (eine Woche nach dem großen Jubiläumsfest) davon, der beispielsweise am Chiemsee das Musikfestivalgelände verwüstete.  Zu den Absicherungsmaßnahmen beim Supermoto in Kaltenbrunn sagte der Kommandant, leider würden Zuschauer immer wieder die Rettungswege nicht freihalten, weshalb sich die Feuerwehr am zweiten Tag vorzeitig zurückgezogen habe. Beim Radrennen sei die Zusammenarbeit mit dem RSC Götzing gut gewesen. Grundsätzlich müssten aber solche Tätigkeiten im Rahmen der Freiwilligkeit machbar sein.
Bei dem 2017 etwas reduzierten Übungsprogramm stellte Kommandant Schild vor allem den gemeinsamen Übungstag mit der Feuerwehr Fridolfing in der Feuerwehrschule Geretsried heraus, der den teilnehmenden Aktiven „sehr viel gebracht hat“. Schild berichtete erfreut: „Die Ausbilder in Geretsried haben sich erfreut über den Ausbildungsstand der Rupertiwinkler Feuerwehrler gezeigt. Das ist auch eine Anerkennung für unsere Arbeit das ganze Jahr über.“
Zahlreiche Aktive besuchten Lehrgänge in den Feuerwehrschulen oder auf Kreisebene. Dazu kamen die Monats-, Fachgruppen- und Modulübungen. Eine Großübung fand auf dem landwirtschaftlichen Anwesen in Glatzenberg statt. 13 aktive Wehrmänner und –frauen  legten außerdem das Leistungsabzeichen „Die Gruppe im Löscheinsatz“ in verschiedenen Stufen ab. Die Ausrüstung wurde u.a. um eine neue Wärmebildkamera in höherer Auflösung ergänzt. Kommandant Schild und sein Stellvertreter Christoph Huber beschäftigten sich neben den üblichen Organisations- und Verwaltungsarbeiten mit dem Feuerwehrbedarfsplan.
In seinem Ausblick auf  heuer nannte der Kommandant insbesondere die Ausstattung des  zusätzlichen Feuerwehrfahrzeugs und das Ausbildungsprogramm mit Modulübungen. Hans Schild dankte abschließend allen, die die Arbeit der Feuerwehr unterstützen und fördern. Einen besonderen Dank richtete er an alle, die zum Gelingen des „großartigen Jubiläumsfestes“ beigetragen haben. Hier habe echter Gemeinschaftsgeist geherrscht, in der Feuerwehr wie im ganzen Dorf Pietling.
Die neue Jugendleiterin Lisa Prams berichtete über die Arbeit in den zwei Jugendgruppen,  von denen heuer eine mit Volljährigkeit zu den Aktiven überwechselt. Die Gruppen (eine mit neun Burschen und einem Dirndl und eine mit vier Dirndl und drei Buben) beteiligten sich an der Aktion „Sauberes Fridolfing“, absolvierten viele Übungen „Löschaufbau“ und die jüngere Gruppe anschließend erfolgreich das Jugendleistungsabzeichen, machten mit beim Kreisfeuerwehrtag in Siegsdorf, bei einer Jugendgroßübung in Kirchanschöring und beim Wissenstest in Tittmoning. Weitere Aktivitäten waren ein Spielenachmittag, die Aktion Friedenslicht, das Christbaumeinsammeln und Kartfahren. Prams bedankte sich bei ihren Helfern und allen, die die Jugendarbeit unterstützen.
Vor den anschließenden Neuwahlen unter der Leitung des zweiten Bürgermeisters Egon Kraus sagte Kommandant Schild, dass zweiter Vorstand Günther Maier schon vor dem Jubiläum angekündigt habe, nach dem Fest sein Amt niederlegen zu wollen. Auch Bernhard Kletzl als erster Vorstand wollte einem Neubeginn mit zwei jüngeren Kräften nichts in den Weg legen und so konnte das neue Führungsduo Andreas Stadler und Andreas Obermayer in schriftlicher Abstimmung mit großer Mehrheit gewählt werden. Auch Schriftführerin Corinna Jäger und Kassierin Victoria Hastreiter wurden vorzeitig in ihren Ämtern bestätigt.
„Wir sind stolz auf unsere Feuerwehren“ sagte zweiter Bürgermeister Egon Kraus in seinem Grußwort. Die Gemeinde gebe zwar die finanziellen Rahmenbedingungen vor, den „großen Rest“ mit Ausbildung und Motivation erledigten aber die beiden Feuerwehren der Gemeinde. Er stellte die gute Einsatzbereitschaft tagsüber heraus und lobte die gute Zusammenarbeit insbesondere beim Feuerwehrbedarfsplan. Respekt zollte Kraus den Pietlingern auch für das gelungene Jubelfest.
Kreisbrandinspektor Günter Wambach, selbst Mitglied der Pietlinger Wehr, lobte den guten  Stand  bei Personal, Ausbildung und Ausrüstung und sprach über die Themen Rauchmelderpflicht, Digitalfunk, Alarmierung und Lehrgänge auf Kreisebene. Auch er dankte für die gute Zusammnarbeit, auch im Namen von Kreisbrandmeister Hans Heinrich, der ebenfalls an der Versammlung teilnahm. Weitere Gäste waren die Ehrenmitglieder Adi Maier, Georg Schuster, Franz Kroier und Alois Maier, Ehrenkommandant Franz Jäger und dritte Bürgermeisterin Monika Fuchs.
Abschließend wurde berichtet, dass die Feuerwehr 2000 Euro an den Fridolfinger Sozialfonds sowie 1500 Euro an das Laura-Kinderheim in Rumänien spendet.

Ehrungen, Auszeichnungen und Neuaufnahmen

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Pietling gab es auch zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen sowie Neuaufnahmen.
Zweiter Bürgermeister Egon Kraus verlieh die Fridolfinger Ehrennadel in Gold an Franz Jäger (40 Jahre aktiv, 30 Jahre Kommandant), Martin Huber (40 Jahre aktiv) und Günter Wambach (40 Jahre aktiv, Kreisbrandmeister). Die Fridolfinger Ehrennadel in Silber gab es für Günter Maier, der 16 Jahre der Vorstandschaft als erster bzw. zweiter Vorstand angehörte.
Aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurden Martin Kraller (47 Jahre aktiv), Franz Schlosser (44 Jahre aktiv) und Sepp Maier (42 Jahre aktiv). Ein Geschenk gab es auch für Luise Jäger, die sieben Jahre dem Wirtsteam im Feuerwehrhaus angehörte und darüber hinaus ihren Mann Franz Jäger während seiner Zeit als Kommandant in vielfältiger Weise unterstützt hat.
Die Feuerwehr Pietling zeichnete mit ihrer goldenen Ehrennadel den scheidenden Vorstand und langjährigen zweiten Kommandanten Bernhard Kletzl aus. „Du hast mit großen Anteil daran, dass die Feuerwehr so gut dasteht“, sagte Kommandant Hans Schild anerkennend. Ehrungen durch die Feuerwehr gab es außerdem für Franz Jäger, Günter Wambach und Martin Huber (40 Jahre aktiv) sowie Silvia lex, Ludwig Sigl, Lisa Prams, Nico Obermayer, Andreas Kraller, Andreas Stadler, Sonja Baumgartl und Marina Wambach     (10 Jahre aktiv).
Der Feuerwehrverein ehrte Hans Jäger für 50 Jahre Mitgliedschaft sowie Johann Fuchs, Hubert Panhauser und Herbert Jäger für 40 Jahre Zugehörigkeit. 30 Jahre dabei ist Franz Kroier und auf 20 Jahre im Verein blicken Simon Berger, Thomas Biela, Bernhard Schiechel und Konrad Pallauf zurück.
Eine reine Bubengruppe mit neun Jugendlichen wurde in der Versammlung per Handschlag neu in die Feuerwehr aufgenommen: Fidelius Brüderl, Fabian und Christoph Lebacher, Florian Lenz, Adrian Veitlmeier, Lukas Schnurpfeil, Lukas Kletzl, Maximilian Felber und Jonas Huber.

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